Geschichte der Mongolei
Die Wurzeln der Geschichte der Mongolei reichen bis in die
Bronzezeit zurück. Die ersten erforschten reiternomadischen
Stammesverbände waren im 3. Jh. v. Chr. die Hunnen. Mehrere Stämme
wie Jujan, Turkic, Uigurs, Kidans folgten einander bis zum 12.
Jahrhundert.
In der Zeit von 1130 bis 1150 gelang es dem Grossvater Chinggis
Khans, erstmals, mongolische Clans zu einem Stammesverband
zusammenzuschliessen. Dieser Stammesverband nannte sich Mongol. 1167
wird Temudshin, der spätere Chinggis Khan und Begründer des
mongolischen Grossreichs geboren. Im Jahr 1206 wurden die sich
bekriegenden nomadischen Stämme von Chinggis Khan vereinigt. Nach
der Neuorganisation begann eine Serie von Eroberungszügen über
Asien, Russland und Osteuropa, die bis zu seinem Tod andauerten.
Vor seinem Tod im Jahr 1227 teilte Chinggis Khan das Imperium in
vier von seinen Söhnen und Enkeln zu herrschende Königreiche ein.
Sie dehnten das Gebiet auf das zentrale Europa aus, sie eroberten
fast den ganzen eurasischen Kontinent von Südostasien. In eineinhalb
Jahrhunderten die folgten, bauten die Mongolen eines in der Welt
bekannten grössten Imperiums auf.
Seit 1260 war Peking der Wintersitz von Grosskhan Khubilai und damit
gleichzeitig Hauptstadt des Teilreiches, dass auch das mongolische
Stammland einschloss.
Im Jahr 1636 erweiterte Manchu (König Dynastie in China) ihre Regel
über dem Südteil von der Mongolei, genannt als Innermongolei. Damit
war die bis heute anhaltende Teilung der Mongolei vollzogen. 1691
stellten sich vier Fürstentümer durch Chalch-Fürsten unter den
Schutz des Qing-Kaisers. Diese Unterwerfung wurde in Doloonnuur,
einer Ortschaft nördlich von Peking, feierlich bekräftigt. Während
der Kolonialisierung von Manchu gab die mongolische Bevölkerung
ihren Kampf für Unabhängigkeit nicht auf, aber all ihre Aufstände
wurden unterdrückt.
Im Jahr 1911 wurde der achte Bogd Gegeen zum Bogd Khan und damit zum
weltlichen Oberhaupt der neuen, autonomen Mongolei berufen. Als das
chinesische Reich zusammenbrach war der Weg frei für die mongolische
Unabhängigkeitserklärung.
In der ersten Hälfte der 1920 Jahren gingen die mongolischen
Revolutionäre einer besonnenen Politik nach, die darauf ausgerichtet
war, einen frisch wieder hergestellten unabhängigen Staat zu
entwickeln und zu stärken. Später wurde die Politik, privates
Eigentum und religiöse Freiheit zu entfernen, nicht ohne gründliche
Anweisungen des Sowjetrusslands durchgeführt. Die politische
Unterdrückung von 1937-1939 fegte die Leben von Zehntausenden von
Menschen weg, deren Mehrheit Geistliche und Adlige waren.
Die ersten freien Parlamentswahlen fanden im Juli 1990 statt und
wurden von der MRVP (Mongolischen Revolutionären Volkspartei)
gewonnen. Die Opposition machte es gut genug, um aufgefordert zu
werden, ins Kabinett einzutreten. Die nationalen
Privatisierungspolitik und andere Verfügungen, die darauf
ausgerichtet sind, Marktprinzipien einzuführen, wurden im Jahr 1991
übernommen und erlaubten Privatisierung von Landwirtschaft und
staatseigenen Vermögenswerten.
Die dritten Parlamentswahlen 1996 führten zum Sieg der demokratischen Koalition die 50 der totalen 76 Sitze für sich gewannen. Im Jahr 2000 konnte die MRVP allerdings wieder ein überraschendes Comeback feiern. Von der MRVP erwartete man, dass der eingeschlagene Kurs zu Demokratie und Marktwirtschaft beibehaltet wird. Bei den jüngsten Parlamentswahlen im Jahr 2004 gewann weder die demokratische Koalition noch die MRVP entscheidet mehr Sitze. Die beiden Parteien haben sich zu einer grossen Regierungskoalition geeinigt. Die aktuelle Regierung steckt in einer Krise. Demonstrationen seitens der Bevölkerung gegen die Regierung und Parlament nehmen zu. Die Mongolei und ihre Bevölkerung ist zusehends mit den Problemen der Arbeitslosigkeit, Armut und Korruption beschäftigt.
